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Therapie der Belastungsinkontinenz

Im ersten Schritt sollte die Belastungsinkontinenz mit einer nichtoperativen Therapie behandelt werden. Die Veränderung des Bindegewebes im Beckenbodenbereich durch Alterungsprozesse oder Schädigungen im Rahmen von Operationen, Schwangerschaften und Entbindungen erfordern eine ganzheitliche Therapie. Diese sollte vor allem auf die Nutzung der muskulären Reserven abzielen. Das Beckenbodentraining ist dazu besonders geeignet. Auch Medikamente können zur Therapie eingesetzt werden. Beim Versagen der konservativen Therapiemethoden oder in schweren Fällen einer Belastungsinkontinenz (Grad drei) kommt eine operative Therapie in Frage.

Konservative Therapie bei Belastungsinkontinenz

Bei bestehenden Risikofaktoren sollte eine Verhaltenstherapie am Beginn der Behandlung stehen. Eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht vermindert das Risiko, dass die Belastungsinkontinenz weiter voranschreitet. Bei Rauchern kann durch die ständigen Hustenattacken bei chronischer Raucherbronchitis eine Belastungsinkontinenz entstehen oder verschlimmert werden. Das Rauchen sollte eingestellt werden.

Das Trainieren der geschwächten Beckenbodenmuskulatur ist zur Behandlung einer Belastungsinkontinenz besonders geeignet. Die Beckenbodentraining kann unter Anleitung einer erfahrenen Physiotherapeutin erlernt und dann zu Hause fortgeführt werden. Darüber hinaus kann das Beckenbodentraining kann mit Biofeedbacktraining kombiniert werden. Dabei erlangen die Patienten die Kontrolle des Blasenschließ- oder Beckenbodenmuskels durch akustische und visuelle Wahrnehmung zurück.

Eine Form des Beckenbodentrainings ist die Therapie mit Vaginalkonen (LadySystem). Durch das Training mit unterschiedlich schweren Gewichten wird die Beckenbodenmuskulatur gestärkt. Die Behandlung ist frei von Nebenwirkungen, eignet sich hervorragend für die Heimtherapie und kann in Kombination mit dem Beckenbodentraining eingesetzt werden.

Eine sogenannte Elektrostimulation ist eine weitere Möglichkeit des Beckenbodentrainings. Dabei aktivieren Ströme, die über Elektroden oder Sonden in Scheide bzw. Enddarm abgegeben werden, die Beckenbodenmuskulatur.

Weitere Möglichkeiten zum Training der Beckenbodenmuskulatur stellen die Vibrationstherapie oder die hochenergetische Magnetfeldbehandlung dar.

Für Frauen, die im Rahmen ihrer Menopause durch Östrogenmangel (führt zu Schleimhautrückbildung und Bindegewebsschwäche) an Belastungsinkontinenz erkranken, kann eine Hormonbehandlung mit Östrogenen eine geeignete Therapiemöglichkeit sein.

Medikamente, die den Verschlussmechanismus der Blase stimulieren, können bei mittlerer bis schwererer Belastungsinkontinenz eingesetzt werden.

Eine Erhöhung des Therapieerfolges der konservativen Maßnahmen ist möglich, indem verschiedene Behandlungsmethoden miteinander kombiniert werden.

Operative Therapie bei Belastungsinkontinenz

Sollte mit den konservativen Therapiemöglichkeiten der Belastungsinkontinenz kein Behandlungserfolg erzielt werden oder eine schwere Belastungsinkontinenz vorliegen, kann ein operativer Eingriff in Betracht gezogen werden. Im Rahmen einer Operation werden meist entweder ein Band oder eine Schlinge zur Unterstützung der körpereigenen Haltestrukturen bei der Stabilisierung der Harnblase eingesetzt.

Eine weitere Möglichkeit ist die Unterspritzung der Harnröhre mit Kollagen. Dadurch wird der Halt der Harnröhre verstärkt und der Verschlussmechanismus stabilisiert. Als letzte Möglichkeit kann das Einsetzen eines künstlichen Verschlussmechanismus in Erwägung gezogen werden.

Symptome und Ursachen

Woran erkenne ich die Belastungsinkontinenz?
Grafik: Fragezeichen

Welche Symptome deuten auf eine Belastungsinkontinenz hin und was sind deren Ursachen?

Symptome der Belastungsinkontinenz

Trainingsprogramm

Beckenbodengymnastik
Foto: Übungen zur Stärkung des Beckenbodens

Regelmäßiges Training stärkt den Beckenboden.

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