Dranginkontinenz / Überaktive Blase

Unfreiwilliger Urinverlust

Die Dranginkontinenz ist eine Blasenspeicherungsstörung. Dabei zieht sich der Blasenmuskel willentlich nicht zu beeinflussend bereits bei geringer Füllmenge der Blase zusammen. Durch den nicht zu unterdrückenden (imperativen) Harndrang kommt es zum unfreiwilligen Urinverlust.

Die überaktive Blase bezeichnet einen Symptomenkomplex aus häufigem Wasserlassen mit geringen Volumina, nächtlichem Wasserlassen und dem Auftreten imperativen Harndrangs, wobei ein Urinverlust auftreten kann, aber nicht muss. Alleine die starken, nicht zu unterdrückenden Harndrangepisoden stellen für viele Patienten eine große Einschränkung in ihrem Tagesablauf dar.

Dranginkontinenz / Überaktive Blase bei Männern und Frauen

Bei Männern ist die Dranginkontinenz bzw. überaktive Blase in jedem Lebensalter die vorherrschende Harninkontinenzform. Bei Frauen unter 50 Jahren ist eine reine Dranginkontinenz seltener als eine Belastungsinkontinenz. Mit zunehmendem Lebensalter wird die Dranginkontinenz auch bei Frauen zur dominierenden Form. Bei zuvor bereits bestehender Belastungsinkontinenz wird diese in Kombination mit der Dranginkontinenz zu einer Mischform.

Symptome und Ursachen der Dranginkontinenz / überaktiven Blase

Symptome

Die Dranginkontinenz ist durch ein starkes Harndranggefühl im Zusammenhang mit unwillkürlichem Urinverlust gekennzeichnet. Bei der überaktiven Blase kommt es demgegenüber nicht unbedingt zu einem Urinverlust. Patienten mit einer Dranginkontinenz oder überaktiven Blase haben zudem eine erhöhte Frequenz des Wasserlassens (mehr als acht Mal pro Tag), wobei häufig nur kleine Urinmengen ausgeschieden werden. Oftmals kommt es auf dem Weg zur Toilette zum Harnverlust. Zusätzlich kann es auch zu gehäuftem nächtlichen Wasserlassen kommen. Wird man nachts mehr als einmal durch ein starkes Harndranggefühl aus dem Schlaf geweckt, spricht man von einer Nykturie.

Ursachen

Bei einer Dranginkontinenz oder überaktiven Blase liegt in den meisten Fällen ein überaktiver Blasenmuskel (Detrusorüberaktivität) vor. Für diese Überaktivität kann nicht immer ein Grund gefunden werden. Möglich ist, dass der Blasenmuskel einer vermehrten Reizanflutung ausgesetzt ist und es dadurch zu Kontraktionen der Harnblase kommt. Aber auch Entzündungen der unteren Harnwege (Harnblase, Harnröhre), oder Prostatavergrößerungen und neurologische Erkrankungen, wie z. B. Multiple Sklerose, können Auslöser für eine Dranginkontinenz sein. Zum anderen ist auch der normale Alterungsprozess eine häufige Ursache für das Auftreten einer Dranginkontinenz.

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