Dranginkontinenz / Überaktive Blase

Unfreiwilliger Urinverlust

Die Dranginkontinenz ist eine Blasenspeicherungsstörung. Dabei zieht sich der Blasenmuskel willentlich nicht zu beeinflussend bereits bei geringer Füllmenge der Blase zusammen. Durch den nicht zu unterdrückenden (imperativen) Harndrang kommt es zum unfreiwilligen Urinverlust.

Die überaktive Blase bezeichnet einen Symptomenkomplex aus häufigem Wasserlassen mit geringen Volumina, nächtlichem Wasserlassen und dem Auftreten imperativen Harndrangs, wobei ein Urinverlust auftreten kann, aber nicht muss. Alleine die starken, nicht zu unterdrückenden Harndrangepisoden stellen für viele Patienten eine große Einschränkung in ihrem Tagesablauf dar.

Dranginkontinenz / Überaktive Blase bei Männern und Frauen

Bei Männern ist die Dranginkontinenz bzw. überaktive Blase in jedem Lebensalter die vorherrschende Harninkontinenzform. Bei Frauen unter 50 Jahren ist eine reine Dranginkontinenz seltener als eine Belastungsinkontinenz. Mit zunehmendem Lebensalter wird die Dranginkontinenz auch bei Frauen zur dominierenden Form. Bei zuvor bereits bestehender Belastungsinkontinenz wird diese in Kombination mit der Dranginkontinenz zu einer Mischform.

Therapie der Dranginkontinenz / überaktiven Blase

Im ersten Schritt sollte die Dranginkontinenz bzw. überaktive Blase mit einer nichtmedikamentösen Therapie behandelt werden. Dazu zählen die Verhaltenstherapie und das Beckenbodentraining.

Nichtmedikamentöse Therapie

Zu Beginn sollte die Dranginkontinenz bzw. überaktive Blase mit einer nichtmedikamentösen Therapie behandelt werden. Dazu zählen die Verhaltenstherapie und das Beckenbodentraining. Die Verhaltenstherapie umfasst das Erlernen einer regelmäßigen Blasenentleerung sowie eine Kontrolle des Trinkverhaltens. Die normale Trinkmenge soll dabei nicht eingeschränkt werden. Generell sollte jedoch der Konsum von Koffein reduziert werden. Auch kohlensäurehaltige Getränke führen zu einem vermehrten Harndrang.

Beim Beckenbodentraining geht es nicht ausschließlich um die Stärkung des Beckenbodens, sondern auch um das Erlernen, die Harndrangepisoden zu beherrschen.

Mit einer Kombination der Verhaltens- und Beckenbodentherapie konnten in der Vergangenheit gute Behandlungserfolge verzeichnet werden. Ziel dieser Maßnahmen ist es, wieder ein Gefühl für die eigene Blase zu erlangen und das Füllungsvolumens dieser zu vergrößern.

Medikamentöse Therapie

Die Dranginkontinenz kann auch medikamentös behandelt werden. Die verwendeten Medikamente sollen die Häufigkeit der ungewollten Harnverluste und den imperativen Harndrang reduzieren. Vor Beginn der Therapie sollte bereits ein Miktionsprotokoll geführt worden sein. Dieses kann nach vier Wochen wiederholt werden, um den Therapieerfolg zu dokumentieren. Die medikamentöse Therapie ermöglicht es in den meisten Fällen, dass die Betroffenen ihren Alltag nahezu ohne Einschränkung der Lebensqualität meistern können.

Zur medikamentösen Therapie der Dranginkontinenz werden so genannte urologische Spasmolytika (Anticholinergika) eingesetzt. Diese beruhigen die Blasenmuskulatur und erhöhen das Fassungsvermögen der Blase. Die Medikamente sind im Allgemeinen gut verträglich. Lediglich Mundtrockenheit wird als häufigste Nebenwirkung beschrieben.

Anticholinergika zur Behandlung der Dranginkontinenz sind verschreibungspflichtig. Daher ist die Konsultation eines Arztes vor Beginn dieser Therapie unbedingt erforderlich. Darüber hinaus sollte die gesamte Therapie unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Videos zur Beckenbodengymnastik

Regelmäßiges Training stärkt den Beckenboden.

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